Filmtipp der Woche: Der Anime «Blame!»

©Netflix ©Polygon Pictures

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Heute zeige ich in der Filmtipp der Woche den Animefilm «Blame!» vor. Dieser startete grade in den japanischen Kinos und gleichzeitig auch auf Netflix.

Ein aktueller Anime als Filmtipp der Woche: Seit Freitag ist beim Video-on-Demand-Anbieter Netflix der Anime-Film «Blame!» weltweit verfügbar. Der Film wurde von Polygon Pictures («Knights of Sidonia», «Ajin: Demi-Human») unter der Regie von Hiroyuki Seshita produziert. Als Titelsong ist „Calling you“ von angela zu hören.

 

Hintergrundinformationen zur «Blame!»

Blame! (im Original: BLAME!) ist eine Manga-Serie von Tsutomu Nihei. Der wortkarge Cyberpunk-Comic erschien von 1997 bis 2003 in ungefähr 2.000 Seiten und richtete sich ursprünglich vor allem an erwachsene Männer, ist also ein Seinen-Manga. Feest Comics, ein Imprint von Egmont, veröffentlichte von 2001 bis 2004 alle 10 Bände auf Deutsch. Das Manga-Label MangaCult wird ab Herbst diesen Jahres eine Master Edition vom Manga «Blame!» herausbringen. Diese wird im Hardcover-Format in 6 Bänden mit neuer Übersetzung erscheinen. Der Manga diente bereits als Vorlage für einen Web-Anime und eine OVA.

Die Vorgeschichte von Blame! wird in dem Einzelband NOiSE erzählt, der im Anschluss an die Reihe veröffentlicht wurde. Die Fortsetzung der Geschichte heißt Net Sphere Engineer und spielt viele Jahre nach dem Ende der Handlung von Blame!. Die Story spielt in der so genannten „Megastruktur“. Der riesige Komplex, der von Konstrukteuren geschaffen wurde, hat bereits den Mond umschlossen und wächst beständig weiter.

Die Anime-Adaption von Netflix zum Manga «Blame!» wurde vom Anime-Studio Polygon Pictures (Knights of the Shidonia, Ajin) betreut und umgesetzt. Tsutomu Nihei war im Anime-Projekt involviert und steuerte das Drehbuch zum Film bei.

Visual-Poster vom «Blame!» ©Polygon Pictures ©Netflix

Deutsche Synchronisation vom Animefilm

Für die Synchronisation ist die SDI Media Germany in Berlin verantwortlich. Der Hauptcharakter Killy wird von Ozan Ünal gesprochen, den viele als die Stimme von Leonard aus «The Big Bang Theory» kennen dürften. Die Rolle der Cibo übernimmt Melanie Hinze, die auch schon in Animes wie «Vampire Knight» und «Ikki Tousen» gesprochen hat. Peter Flechtner, der Stammsynchronsprecher von Hollywood-Star Ben Affleck, mimt den Vater und der Charakter Zuru wird gesprochen von Olivia Büschken, die auch schon in «Black Butler» als Elizabeth Middleford zu hören war.

Trailer zum Film

 

Die Geschichte von«Blame!»

Killy sucht in einer von Cyborgs und Mutanten bevölkerten Welt nach menschlichen Genen, die nicht von einem gefährlichen Virus befallen sind. Diese sogenannten Netzwerkgene sind wichtig, weil nur mit ihnen eine Verbindung zur Netzwerksphäre geschaffen werden kann, die das globale Kommunikations- und Steuerungsmedium innerhalb der Megastruktur ist und das Wissen der Menschheit speichert. Sie ist für Menschen ohne Netzwerkgene unerreichbar, da sie durch eine Schutzwehr mit äußerst brutalen Mitteln vor unbefugten Zugriffen geschützt wird.

Durch die Abkopplung verlor die Bevölkerung der Megastruktur die Kontrolle über ihre Maschinen und Einrichtungen. Die Zivilisation zerbrach und es blieben nur noch kleinere Splittergruppen übrig, die permanent durch Siliziumleben und die Schutzwehr bedroht werden und um ihr Leben kämpfen müssen. Auf seiner Reise stößt Killy auf einige solcher Gruppen, doch die benötigten Netzwerk-Gene findet er bei ihnen nicht.

 

Meine ausführliche Kritik zum Film

«Blame!» ist ein Animefilm, welchen man nicht verpassen sollte. Warum? Die Story ist keine 1:1-Umsetzung des Mangas. Dennoch wurden Viele Plot-Elemente vom Manga übernommen, umgestaltet, erweitert und in einer neuer Story zusammengefasst. Zahlreiche Nebencharaktere vom Manga haben einen Auftritt, wobei die Rollen mancher sogar ausgebaut wurden – generell wurde das Charakter-Design für den gesamten Film neu gestaltet. Bisweilen fühlt es sich so an als ob Tsutomu Nihei seinen Manga hier neu geschrieben hätte. Dies entspricht mehr oder minder auch der Wahrheit, denn er hat am Drehbuch und den Charakter-Designs selbst mitgearbeitet. Die Story an sich ist brutal, die Menschen haben kaum bis gar keine Chance sich gegen die Maschinen zu wehren.

Zuletzt möchte ich auch den visuellen Stil des Filmes ansprechen. Wenn man das letzte Anime-Werk vom Polygon Pictures «Knights of the Shidonia» gesehen hat, weiß man was man in Sachen „3D-Animationen“ zu erwarten hat. Die Welt ist rustikal und schmutzig, voller Patchwork-Reparaturen und mit unzähligen Kratzern – und die Sci-Fi-Technologie ist fast jenseitig in ihrer Schönheit. In anderen Worten: Die 3D-Animation passt sehr gut zur Geschichte und zur dessen Setting. Einzig die Charakter-Animationen waren teilweise noch holprig.

 

 

Mein Fazit zum Film

«Blame!» ist insgesamt ein ausgezeichneter Spielfilm mit einem düsteren Cyberpunk-Post-Apokalypse-Setting. Wer also auf SciFi-Action oder post-apokalyptische Szenarien steht, sollte den Film keinesfalls verpassen. Kurz und prägnant könnte man den Film mit folgenden Worten beschreiben:

Ghost in the Shell trifft auf Mad Max 

 

Hier gehts zum Film.

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